Eine Panflöte kann grundsätzlich in jeder beliebigen Tonskala oder Tonart stimmen werden, wobei im allgemeinen in der Tonart G-Dur gestimmt wird. In der Regel werden die Instrumente mit reinem Bienenwachs oder einem Bienenwachsgemisch gestimmt. Der reine Bienenwachs benötigt eine etwas tiefere Verarbeitungstemperatur als der gemischte. Dies wiederum hat einen Einfluss auf das vertimmen des Instruments.  Einige Bauer verwenden zudem auch andere kittähnliche Materialien. Die Stimmung einer Panflöte ist von folgenden Faktoren abhängig: 

  1. Raumtemperatur
  2. Spielniveau (Anfänger, Fortgeschrittene)
  3. Haltung und Spieltechnik 
  4. Bauart (z.B. Wandstärken, Klangsnasprache etc.)
  5. Anschliff der Rohre (Mundstück)

Um ein Instrument möglichst optimal stimmen zu können sind Spielerfahrung und Routine im Stimmvorgang von Vorteil. Je nachdem, wie das Mundstück eines Instruments geschliffen und wie erfahren der Spieler ist, kann eine Stimmung sehr labil ausfallen. Deshalb kann bei einem neuen Instrument nach einer Einspielzeit von ca. 12 Monaten eine Anpassung des Anschliff des Mundstückes und der Stimmung im Sinne einer Nachjustierung notwendig werden. Ist ein Instrument einmal optimal eingestellt so kann dieses einmal pro Jahr oder bei Vielspielern ab und zu nach Bedarf nachgestimmt werden. Ist eine Panflöte einer erhöhten Wärmequelle ausgesetzt, wird der Wachs weich und das Instrument verstimmt sich. Deshalb sollte eine Panflöte nie direkter Sonnenstrahlung oder sonstiger Wärme ausgesetzt werden. Bei tiefen Temperaturen verstimmt sich die Panflöte und wird tiefer, was sich bei steigender Wärme jedoch wieder ausgleicht.    

Stimmaterial

Um eine Panflöte zu stimmen benötigt man folgende Hilfsmittel:

  1. Stimmgerät (chromatisch)
  2. Bienenwachs (rein oder rein-chemisch gemischt)
  3. Stimmstäbe von guter (Hochpolliert) Qualität
  4. Taschenlampe
  5. Wäremlampe (reiner Bienenwachs hat eine tiefere Arbeitstemperatur als ein Wachsgemisch)  

Bild Beitrag Stimmen der Panfloete

Stimmstäbe polliert

Stimmstöcke

Es werden verschiedene Fabrikate von Stimmstöcken angeboten. So bevorzugen Lehrpersonen auch flache einseitig eingesägte Stimmstöcke zur Wachsentfernung.

Stimmvorgang 

Beim Stimmen einer Panflöte sollte auf folgende Punkte geachtet werden:

  1. Gleichmässige Raumtemperatur von ca. 20 Grad
  2. Der Stimmer sollte ein wenig eingespielt sein, damit eine stabile Atem-, und Lippenstütze (Betriebstemperatur) vorhanden ist.
  3. Der Bienenwachs muss eine gut formbare Konsistenz aufweisen, also in der Hand gut und leicht zu einer Kugel geformt werden können.
  4. Man beginnt mit der tiefsten Röhre, kontrolliert zuerst die Tonhöhe und stimmt diese dann auf die gewünschte Höhe (in der Regel 440 Hz. oder je nach Bedarf höher oder tiefer). Nun ist es sehr wichtig, dass immer dieselbe Lippenspannung, Durchflussgeschwindigkeit der Luft und Anblasposition erzeugt wird, um jede Röhre möglichst gleichmässig zu stimmen. Muss die Röhre höher gestimmt werden, führt man den vorher zu einer Kugel geformten Bienenwachs hinein, stopft und streicht diesen mit dem Stimmstag flach und eben. Es ist hilfreich, wenn der Stimmstab angefeuchtet wird, damit der Bienenwachs nicht an diesem kleben bleibt. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass kein Wachs an den Rohrinnenwänden haften bleibt, sondern genau und sauber ausgestrichen wird. Nun wird jede Röhre gestimmt und am Schluss die ganze Flöte über alle Oktaven gespielt und allenfalls auskorrigiert. Bei einer zu hohen Tonhöhe kann mit einem "Bohrer" aus Holz Bienenwachs wieder entfernt werden.