Der Beitrag über Ursprung und Geschichte ist bewusst kurzgehalten, da schon diverse Internetseiten bestehen, welche vielfältige und wertvolle Informationen über verschiedenen Themenbereiche liefern. 

Ursprung

Die Panflöte gehört zu den ältesten (ca. 4. Jahrtausend v.Chr.) Instrumenten der Erde und ist auf verschiedenen Kontinenten (Lateinamerika, Asien, Afrika, etc.) in unterschiedlicher Bauweise beheimatet.
Der heute am häufigsten gespielte Panflötentyp in Europa ist das sogenannte "rumänische Modell", welches mit ihrer rumänisch- moldawischen Bauweise auch als rumänische naï bezeichnet wird. Ihr Vorfahre stammt aus dem antiken Griechenland und ist im Zuge der griechischen Kolonisation auch ins heutige Rumänien gelangt, wo sie Eingang in die traditionelle Musik fand. Im römischen Reich entwickelte sich die abendländische Form, bei welcher Öffnungen (Rohre) in einen Holzblock (Monoxyl) gebohrt wurden.

Panflötenfund von Eschenz/TG

Bei Ausgrabungen in Eschenz/TG im Jahr 2000 trat mit der ca. 2000-jährigen römischen Panflöten eben ein solches Instrument zutage, welches das älteste gut erhaltene Musikinstrument der Schweiz darstellt.

bild beitrag skizze panfloetenfund in eschenz

 

Die "Frestel" im mittelalterlichen Europa

Diese antiken Instrumente sind nahe an den Zeugnissen aus dem mittelalterlichen Europa, wo man sie "Frestel" (vom lateinischen fistula, Rohr) genannt hat und wegen des Materials (Rohrschilf oder Stroh) in der Familie der "chalumeaux" klassifiziert wurde. Die Frestel ("Monoxyl") wurde lange im gelehrten Kontext gespielt, das zeigt eine Miniaturmalerei aus dem "Liber divinorum operum" von Hildegard von Bingen, wo sie neben dem Organetto (Portativ, tragbare kleine Orgel mit Blasbalg, Klaviatur wird mit rechts bedient, linke Hand betätigt den Balg) und der Rebek (Kleingeige) zu finden ist.

historisches bild panfloete hildegard von bingen

 

 Auch in der Barockzeit wird die Panflöte immer wieder zitiert: Pierre Trichet (um 1640) qualifiziert sie als "flageolet à pulsieurs tuiaux", Prätorius 1619 als "fistula vel Satyri Pfeiffen; Mersenne beginnt um 1636 in seiner "Harmonie universelle" die Beschreibung der Blasinstrumente mit dem "instrument que l'on attribue à Pan&son usage". Mersenne war nicht der einzige, der Zeugnis vom Gebrauch der Syrinx ablegte, scheinbar hat auch Lully mit gutem Geschmack les "sifflet de chaudronnier" in einigen Akten von "Acis und Galathée" verwendet (1686). Filippo Bonnani nennt es 1723 "Ciufoli Pastorli" und Gottfried Walther, ein Cousin von Bach, in seinem "Musicalischen Lexicon" (1723) "Ciufoli pastori, eine aus verschiedenen Röhren bestehende Hirtenpfeiffe", beim Zitieren von Bonnani verwendet er direkt den Begriff "Panflöte".

 

 historisches bild einer panfloete f m mersenne harmonicorum

F.M. Mersenne | Harmonicorum 

 historisches bild einer panfloete french panpipes

French Panpipes, 18th century, Paris, conservatoire de Musique, musée instrumentale

 

In Westeuropa wurde die Panflöte durch namhafte rumänischen Panflötisten wie Gheorghe Zamfir(*1941) und Simion Stancìu-Syrinx bekannt und feierte in 70-er und 80-er Jahren grosse Erfolge in verschiedenen Stilbereichen. Auch heute werden auf der Panflöte diverse stilbereiche interpretiert und auch zeitgenössische E-Musik findet zunehmend Verbreitung. In den letzten Jahren hat die Panflöte auch im schweizer Kultur- und Konzertbetrieb Einzug gehalten und an den Musikschulen einen festen Platz eingenommen. Auch in vielen Musikwettbewerben z.B.VZM oder bei Aargauer Musikwettbewerb ist die Panflöte als Solodisziplin zugelassen.