bild rohstoff bambus

Bild aus dem Buch Bambus von Shiji Takama 

Mit der Pflanze Bambus hat die Natur dem Menschen einen unglaublich vielseitigen und und praktischen Werkstoff geschenkt. Er wächst praktisch in jedem Klima und das in einer enormen Geschwindigkeit. Er ist fast so fest wie Stahl, aber dennoch biegsam, leicht, extrem zäh, schwer entflammbar und kann unter Hitze gebogen werden, ohne seine Form oder Elastizität zu verlieren. Seine Sprossen sind eine delikate und vitaminreiche Nahrung, seine Blätter nahrhaft und heilsam für das Vieh. In Asien beispielsweise wird er als Baustoff für sehr viele Dinge des täglichen Lebens verwendet. In der Baubranche ist Bambus das Grundmaterial für Baugerüste, Zäune, Häuser, Moscheen, Türme etc. Auch für die täglichen Gebrauchsgegenstände wie Stäbchen, Becher, Pinsel, Besen, Liegematten usw. bietet Bambus ein Grundmaterial auf natürlicher Basis.

Die Bambuspflanze 

Weltweit wachsen 1050 – 1070 verschiedene Bambusarten, deren Artenvielfalt von grasarteigem Sasa bis zu den riesigen Bambuswäldern mit bis zu 30 Meter hohen Stämmen mit 30 cm Durchmesser aufweisen.

Eine Bambuspflanze besteht grundsätzlich aus folgenden Teilen: 

bild bambuspflanze rhizom halm 

1. Das Rhizom

Das Rhizom kann als eigentliche Wurzel bezeichnet werden, obwohl dies nicht ganz zutrifft, da am Rhizom die eigentlichen Wurzeln wachsen. Trotzdem werden die einzelnen Bambushalme durch die Rhizome im Boden verankert. Die Halme werden durch die Rhizome miteinander verbunden, die ungefähr so hart sind wie die Halme selbst. In der Art wie die Rhizome von einem Halm zum nächsten wachsen unterscheidet man zwischen pachymorphen (kurze, halbrund wachsende) und leptomorphen (lange, horizontal wachsende) Rhizome. Aus den sogenannten Augen, die sich an den Konten der Rhizomen bilden, wachsen die neuen Sprossen, die später teleskopartig zu neuen Halmen aus dem Boden schiessen.

2. Der Halm

Wie oben beschrieben wachsen die Halme aus den Augen der Rhizome. Dabei bildet sich zuerst ein Stiel, dem die sogenannte Halmbasis folgt. In der die Knoten schon fertig gebildet werden, bevor sie teleskopartig aus dem Boden "schiessen". Ein Bambushalm der im Herbst als Spross heranwächst, hat zu dieser Zeit bereits seine effektive Dicke. Im Frühling wächst der Spross an günstigen Standorten bei grossen Bambusarten mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 40 cm am Tag in die Höhe. Dabei werden die Halme durch die Halmscheiden geschützt.

Längsschnitt durch eine Bambuspflanze

Bild Bambuspflanze Längsschnitt

A: Segmente (Internodien)

B: Knotenring

C: Scheidenring

Querschnitt durch ein Bambusrohr:

In der folgenden Skizze sehen Sie den horizontalen Aufbau eines Bambusrohres von innen nach aussen:

Bild Querschnitt durch ein Bambusrohr

A: Das Mark

Das Mark besteht aus einem weisslichen, hautigen Schaum, der für den Panflötenbau entfernt wird.

B: Das Innenholz

In diesem Teil des Rohres befinden sich die Cellulosefasern. Sie sind beim Bambus bis 1 cm lang (bei einem Baum nur ca. 1 mm). Das verleiht der Pflanze die Elastizität und Biegsamkeit.

 C: Das Aussenholz:

Das Aussenholz besteht aus den gleichen Material wie das Innenholz. Beim Aussenholz sind die einzelnen Fasern, die vertikal verlaufen dichter nebeneinander. Darum ist das Innenholz meist heller als sein grösserer Bruder.

D: Die Aussenhaut:

Sie ist nur etwa 0,1 mm dick, etwas heller als das Aussenholz und sehr glatt und zäh. Sie ist wasserdicht dank einer Wachsschicht an ihrer Oberfläche. Für den Panflötenbau wird sie meistens entfernt bzw. geschält (siehe: 2. Entbasten der Rohre).

3. Die Zweige

Während des Wachstums eines Halms bilden sich aus den Augen der Knotenringe schon die ersten Knospen für die späteren Zweige der Bambuspflanze. Bei den meisten Arten bilden sich die Zweige erst, wenn sich das Längenwachstum eingestellt hat und der Halm nicht mehr grösser wird. Je nach Bambusart bilden sich ein, zwei oder bis 50 Zweige rund um die Nodien. Das heisst es kann schon an der Anzahl der Zweige bestimmt werden um welche Gattung es sich handelt. In der unteren Grafik sieht man wie die Zweige an den Knotenringen befestigt sind.

 

Bild Bambuszweige